Die Helden der Insel
Mary Island
Die Freunde
© Jonathan Philippi 2013
Das erste an einem Roman ist eine Idee. Ich stelle mir etwas vor und denke mir: Wie wäre es, wenn es so weiterginge und nicht anders? Ich schreibe mir das auf und dann fließen die Buchstaben aus meinen Fingern. Aber spätestens nach dem ersten Kapitel merke ich stets, dass da was nicht stimmt. Dann verfasse ich einen exakten Charakterplot. Das bedeutet, dass ich mir das Erscheinungsbild und die Eigenarten der handelnden Personen lebhaft vorstellen können muss. Sie müssen einfach zu durchschauen sein, aber dennoch in sich stimmig. Es kann nicht sein, dass Jemand an einem Tag einem Typen auf die Fresse haut und anschließend einer alten Dame über die Straße hilft. Oder doch? Ich benötige eine Richtschnur, an der ich mich orientieren kann. Dazu gehören wesentliche Dinge. Das wichtigste ist ein Geburtsdatum. Jeder Mensch hat Geburtstag und eine Geschichte hängt immer in einem Zeitschema. Mary Island wird genau ein Jahr umfassen. Demnach muss jeder der Leute einmal Geburtstag feiern. Und dazu braucht es Eltern. Wer sind Vater und Mutter, Oma und Opa, Onkel und Tanten? In welcher Beziehung stehen die Leute untereinander? Aus diesen Dingen, Aussehen, Umfeld und Herkunft, entwickelt sich ein Charakterzug fast von allein. Ich skizziere meine Darsteller so, dass ich ihnen ins Auge blicken kann. Ich bin weiß Gott kein guter Portraitzeichner, aber für meine Begriffe reicht es. Das Problem dabei ist, dass es kein Comic werden soll. Ihr, also die Leser, werdet eure eigene Vorstellung der Protagonisten entwickeln und das ist gut so. Von mir kriegt ihr nur Haar- und Augenfarbe, Alter, Gestalt und Kleidung. Manchmal noch das Gesicht. Nehmen wir Cindy. Sie hat rotes, dünnes Haar, ist ziemlich dick, fleißig, hat es sehr schwer, trägt eine starke Brille, ist eine gute Kameradin. Sie hinkt auf ihrem linken Fuß, warum, lest ihr in Band eins nach. Und schon taucht vor jedem Auge ein Mädchen auf, das wir zu kennen glauben. Ihren Bruder Harry habe ich nicht ein einziges Mal beschrieben. Nur, dass er ihr Zwillingsbruder ist. Wie könnte er aussehen? Das spielt für die Story absolut keine Rolle. Also gibt es weder eine Zeichnung, noch eine ausführliche Beschreibung von ihm außer dem, dass er der Böse ist. Aber warum ist das so? Alles hat seinen Grund und der liegt fast immer in der Kindheit. Lest aufmerksam und ihr werdet am Ende der Reihe eine logische Erklärung finden. Nun erforscht meinen Charakterplot und überlegt, ob ihr euch die lieben Jugendlichen und Erwachsenen auch so vorgestellt habt. Und wenn nicht, bleibt bitte bei eurer Fantasie. Sie sehen so aus, wie in eurem Kopf.
Die Protagonisten von Mary Island
Jede Geschichte braucht ihre Helden! Auf Mary Island sind das Jugendliche. Sie erleben ihre Abenteuer, ihre eigenen Schicksale und nehmen ihr Leben in die Hand. Julie ist die Hauptperson, neben Steven. Die Geschichte wird nur aus ihren Perspektiven heraus erzählt. In Band 4 hat Justy seinen großen Auftritt