Hintergründe
Mary Island
Delfinreiten
© Jonathan Philippi 2013
Schwimmen mit einem Delfin Das ist ein sehr schwieriges Thema, jeder sollte sich selbst eine Meinung darüber bilden. Delfine - oder Delphine, je nachdem, wie man es mag - sind, wie allgemein bekannt sein dürfte, sehr intelligente Meeressäugetiere. Da liegt es nahe, dass man Menschen und Tiere zusammenbringt. Vielleicht kann sich die eine oder der andere noch die Serie Flipper erinnern, in der ein Delfin in Florida sich mit einer Familie angefreundet hat und die Jungs mit dem quirligen grauen Kerl spannende Abenteuer erleben. Der US Psychologe und Verhaltensforscher David Nathanson dachte weiter und brachte behinderten Kindern bei, mit dressierten Delfinen zu schwimmen. Angeblich zeigten sich anschließend Verbesserungen, das Selbstvertrauen der Kinder wird gestärkt, sie können etwas, was nicht jeder kann. Allerdings ist diese Art der Tiertherapie leider umstritten. So wird das Delfinschwimmen heute von keiner Krankenkasse mehr bezahlt und Eltern, die sich das für ihre Kinder wünschen, müssen über Spenden oft hunderttausend Euro einsammeln, ehe sie einige Trainingsstunden in den USA buchen können. Schade, finde ich, denn das Erlebnis Mensch Delfin ist einzigartig. Zwar bin ich nicht mir ihnen geschwommen, aber immerhin durfte ich mit ihnen spielen, und allein das war ein Erlebnis der besonderen Art. Ganz ungefährlich ist das zudem nicht, so berichtet man von mehreren Knochenbrüchen und Wunden, die diese Delfinen Menschen zugefügt haben. Die Sorge von Mr. Booker ist demnach nicht unbegründet. Doch lest es in Mary Island Band 2 selbst nach. Tierschützer monieren zudem, dass Delfine grundsätzlich nicht in Aquarien gehalten werden sollten, was aber bei den Delfinreitern in den USA anders gar nicht möglich ist. Inzwischen bieten Amerika als auch Israel Delfintherapieprogramme an, die in abgetrennten, großen Meeresbuchten stattfinden. In Deutschland untersucht derzeit die Universität Würzburg ein Therapieprogramm an. Doch auch sie zweifeln an dem Erfolg, den sie mehr in der Wahrnehmung der Eltern sehen, als beim Kind. Fazit: An diesem Thema werden sich die Geister noch lange scheiden.